Werte und Moral: Worin liegt der Unterschied?

Oft denken wir es sei das Gleiche, doch gibt es sehr wesentliche Unterschiede. Hier erfährst Du, was der Unterschied zwischen Werte und Moral ist und warum wir auf dem Weg der Bewusstwerdung uns zunehmend von der Moral verabschieden werden. Gleichermaßen zeige ich Dir auf, warum uns die Moral in unserem Selbstwert nicht dient und was es ist, das es zu integrieren gilt.

 

 


Der Blogbeitrag als Hörvariante

 


Werte und Moral: Der Unterschied

Es gibt zwischen Werte und Moral ganz wesentliche Unterschiede.
Was glaubst Du worin der Unterschied zu finden ist?

Während die Moral eine Verhaltensweise darstellt, von der andere uns sagten, das sie richtig oder falsch sei, ist der Wert etwas, das unserem Wesen gleicht. Etwas Ureigenes. Haben wir also Tugenden integriert, die unser Wesen stärker und reifer werden lassen, so werden wir daraus auch ein Verhalten zum Ausdruck bringen. Doch das wird gut sein unabhängig davon, ob es jemand im Außen, also ein Moralist, für gut oder schlecht hält.

So kann die Eigenschaft der Strenge, wenn sie als Tugend in unserem Wesen enthalten ist, sicherlich für manche eine Verhaltensweise sein, die erst einmal nicht eingeordnet werden kann, doch in Verbindung mit der Tugend der Weisheit und Liebe, wird sie berechtigt sein. Hingegen die Moral berücksichtigt Wertigkeiten nur bedingt, wenn überhaupt. Und damit ist die Tat als soches, entweder gut oder schlecht. Sie schaut nicht darauf, welches Motiv dieser Tat zugrunde liegt und bewertet.

„So können wir durchaus moralisch perfekte Verhaltensweisen an den Tag legen, doch unser innerer Wesenskern kann dabei alles andere als wertig sein.“

Ein Mensch, der Moralvorstellungen lebt, kann durchaus jemand sein, der einen geringen Selbstwert hat. Umgekehrt hingegen, ein Mensch der einen hohen Selbstwert hat, wird moralische Verhaltensweisen je nach Situation und Gegebenheiten automatisch leben, jedoch niemals ihnen unterordnen. Und damit lebt er außerhalb, und das ist ganz wichtig zu verstehen, von Prägungen und Glaubenssätzen.

Werte und Moral bei religiös geprägten Menschen

Gerade religiös geprägte Menschen leben oft ein moralisch einwandfreies leben. Doch in ihrem Kern, tief in ihrem innern, sind sie voller Verurteilung, voller Neid und voller Missgunst anderer Menschen gegenüber. Die Motive ihrer Handlungen sind alles andere als wertig. Was sich dann in kriegerischen Handlungen und verurteilenden Parolen widerspiegelt.

Ein sicherlich weiterer wesentlicher Unterschied liegt darin, dass die Moral etwas oder jemanden benötigt, die das Einhalten von deren Verhaltensweisen kontrolliert. In unserem heutigen Kulturkreis, der Staat, mit all seinen Ausführungsorganen, wie der Exekutive, der Judikative, sowie aber auch die Religiösen Oberhäupter.

Diese können eine moralische Haltung entweder für gut oder schlecht heißen. Sie verurteilen sie und nehmen sich das Recht heraus, diese mit Strafen zu belegen. Umgekehrt nehmen sie sich auch das Recht heraus, diese gut zu heißen und damit selig oder heilig zu sprechen. Menschen die Wertigkeiten leben, benötigen solche Ausführungsorgane nicht.

Sicherlich war, auf die gesamte Entwicklungsperiode der Menschheit gesehen, insbesondere der letzten Tausenden von Jahren, eine Moralinstanz nicht ganz so verkehrt, denn so mancher hätte mit seinem unentwickelten Reifegrad gemacht was er wollte und das  zwischenmenschliches Miteinander wäre enorm gestört in seinem Verhältnis. Auch benötigt es heute noch diese Instanzen und sind keinesfalls weg zu denken. Es gibt hier auf dieser Erde sämtliche Reifegrade von Seelen, die als Menschen inkarniert sinde.

Doch eines lässt sich daraus schließen:

„Je unentwickelter der Reifegrad einer Seele, umso mehr benötigt er Grenzen, Rahmen und Regeln und auch deren Hüter, die das Einhalten gewährleisten. Je entwickelter der Reifegrad einer Seele, umso weniger benötigt er Grenzen, Rahmen und Gesetze“ |
Zitat Gisela Buller

Auch heute noch wünschen sich viele die Moral zurück – doch warum nicht die Werte?

Ich denke, wir kommen so langsam in einen Entwicklungsmodus an, der einen bestimmten Reifegrad möglich werden lässt. Wenn also noch vor über 100 Jahren Humbold damit beauftragt wurde, die flächendeckende Schuldbildung einzuführen, so könnte man jetzt für den nächsten Reifegrad der Menschheit dafür sorgen, ein flächendeckendes Wertesystem innerhalb der Gesellschaft zu integrieren.

Denn leben wir Moralvorstellungen, anstelle von Wertigkeiten, so müssen diese unter Zwangsmaßnahmen überwacht werden. Erleichtert man die Zwangsmaßnahmen, was wir heute flächendeckend beobachten können, dann kommt der wahre Wesenskern der Menschen wieder zum Vorschein und das Lügen, Betrügen, Hintergehen usw. wird dann zur Normalität. Dann wird es wiederum heißen: “Wir benötigen noch mehr Gesetze, noch mehr Reglements, noch mehr Grenzen“.

Doch nein, wir benötigen nicht noch mehr Gesetze und noch mehr Reglements, wir benötigen Wertigkeiten. Darin liegt ein großer Unterschied.

Nur über die Wertigkeiten eines jeden Einzelnen schaffen wir innerhalb einer Gesellschaft wieder Harmonie, Ordnung und ein friedfertiges Miteinander.

So würde ich mich freuen, einen Beitrag darin leisten zu können, diese Welt ein Stück besser werden zu lassen, indem wir das Verständnis dafür aufbringen, was es bedeutet, Wertigkeiten und nicht moralische Vorstellungen zu leben.

Doch das bedarf eines Umdenkens und ein ehrliches arbeiten an sich selbst. Ob wir dazu schon bereit sind, wird sich zeigen. Wenn auch Du darin mitwirken möchtest, diese Welt ein bischen schöner und harmonischer werden zu lassen, dann lade ich Dich ein, ebenso ganz bei Dir selbst zu beginnen und Wertigkeiten zu integrieren. Wertigkeiten die nichts anderes sind, als positive Eigenschaften, die wir dann als Tugend bezeichen und enorme Kräfte beinhalten.

Wertigkeiten, die unseren Selbstwert erhöhen und uns wahre Kraft verleihen.

 

 

Bildquelle: moral freepik.com Autor: storyset 



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